Dorfkirche
Dehlitz

Geschichte der Kirche Dehlitz

Kurze Geschichte der Kirche Dehlitz und des Rittergutes

1207 wurde Dehlitz erstmals urkundlich erwähnt, als hier bedeutende Landtage stattfanden. Seit der Mitte des 14. Jh. gab es in dem Dorf eine Pfarrkirche. Das mit Dehlitz verbundene Rittergut befand sich seit dem 15. Jh. im Besitz der Familie von Teuchern.

1593 verkaufte Georg von Teuchern das Gut an Hans von Wolffersdorff. Als sächsischer Kammerrat, Hofmarschall und Amtshauptmann von Weißenfels gehörte er zu den höchsten Würdenträgern Kursachsens.

1594-96 wurde die Kirche unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus auf Geheiß Hans von Wolffersdorff neu errichtet, um sie zu vergrößern. Dessen Sohn, Gottfried von Wolffersdorff, veranlasste 1616 den südlichen Anbau und ließ darunter eine Familiengruft und das Epitaph zu Ehren seiner Eltern schaffen.

1631 erfasste der dreißigjährige Krieg die Region und damit auch Dehlitz. Kaiserliche Soldaten plünderten das Rittergut und die Kirche sehr schwer. Am Ende des Krieges 1648 sahen die Familie von Wolffersdorff infolge kriegsbedingter Zerstörung gezwungen, dass verwüstete Gut an den Kaufmann Hans Göbel zu veräußern.

1654 kam das Rittergut in den Besitz der Familie von Hessler.

1720 erwarb Bodo von der Schulenburg das Rittergut. Er verkaufte es 1731 an seinen älteren Bruder den Feldmarschall Graf Johann Matthias von der Schulenburg, einer der erfolgreichsten und bestbezahltesten Generäle seiner Epoche. Unter seinem Patronat wurde um 1738 eine umfassende Renovierung der Kirche durchgeführt. Sie erhielt eine neue Orgel und einen neuen Altar, für den der Feldmarschall von seinem venezianischen Hausmaler Antonio Guardi das Abendmahlsgemälde anfertigen ließ.

1824 kam das Rittergut in den Besitz der Familie von Funke.

1844 erwarb es der Naumburger Stadtrat Carl Friedrich Pieschel und vererbte es 1888 an seinen Schwiegersohn, der Weißenfelser Landrat Adolf von Richter. Die Familie von Richter war Gutbesitzer in Dehlitz bis 1945.

Nach dem zweiten Weltkrieg verfielen das Rittergut und die Kirche.

1950-55 erfolgten umfangreiche Reparaturmaßnahmen an der Kirche, doch setzte sich deren Verfall in den folgenden Jahren fort.

1973 beschloss die Kirchgemeinde auf Weisung der staatlichen Behörden den Abbruch der westlichen Teile der Kirche um die laufenden Unterhaltskosten zu reduzieren. Der Chorstumpf wurde im Westen mit einer Mauer verschlossen und die Glocken in einem provisorischen Glockenstuhl zwischen den Mauerresten des ehemaligen Kirchenschiffes aufgehängt. Die 1738 von dem Weißenfelser Orgelbaumeister Kloße geschaffene Orgel verschwand.

Die Kirche verfiel in den 1980iger und 1990iger Jahren zunehmend.

2000 gründete sich auf Initiative Dehlitzer Einwohner und weiterer Interessierter der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Dehlitz, um den baulichen Bestand und die Pflege des kunsthistorisch wertvollen Gebäudes zu sichern und einen Ort der Besinnung, der Begegnung und für die Kultur zu erhalten.

Von 2005 bis 2008 wurden im Auftrag des Fördervereins das komplette Kirchgebäude und die wertvolle Innenausstattung denkmalgerecht saniert und restauriert. In Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und der Kommune veranstaltet der Förderverein in der Kirche alljährlich zahlreiche Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen.